an deiner Seite…

Im strömenden Regen, als deine warme Hand nach mir griff und mich unter das sichere Vordach zerrte, hatte ich fast vergessen wie wundervoll deine Augen strahlen können. Doch da waren sie, hell wie ein neuer Morgen, durchspannt allein vom weichen Blau einer atmenden Endlosigkeit. Himmel und Weite. Das warst du. Das bist du für mich. Seit diesem ersten Tag.
Du lachtest, die Wolken hatten gerade erst ihre Schleusen geöffnet und nun hämmerten die Tropfen grob und blechern wie liquide Murmeln auf das Kunststoffdach. Meine wenigen Schritte durch Wind und Wasser hatten ausgereicht um mich völlig zu durchnässen. Und da warst du also nun, mit diesem Lächeln das alles sein wollte: ein Freund und eine Einladung. Die Wahrheit und das große Drama auf der Bühne des Lebens zugleich. Deine Gefühle blitzten wie die Sonne aufrichtig durch deine ganze Erscheinung. Und du warst so wunderschön.

In diesem Moment hätte ich dich küssen sollen.
Doch stattdessen stieß ich dich kichernd von mir und wrang mir unbeholfen das Wasser aus dem T-Shirt. Ich war zu verwirrt und du zogst dich von mir zurück. Du bliebst der Freund der mich verlassen und auf Reisen gehen würde. Der Treue und Geliebte in der Ferne, der mir Schätze aus der Dunkelheit fischte. Und ich harrte der Dinge in meinem eigenen kleinen, wirren Leben.
Wenn ich dich damals geküsst hätte, wenn ich meine Finger in dein Haar gekrallt und dir in die Augen gesehen hätte, so wie du mich haben wolltest, wer wären wir nun? Wäre ich jetzt und hier an deiner Seite? Hätten wir sein können was du dir wünschtest?
Wenn ich deinen Geruch, vorbei an Wasser und Staub, so tief in mich gezerrt hätte, dass ich ihn niemals wieder hätte vergessen können, hättest du mich so geliebt wie du es jetzt tust?

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