Kreatur02

Deine Gewalt macht mich atemlos, Dämon, du flammender Krieger. Ich muss meine Krallen ins weiche Fleisch deines Halses schlagen. Muss dich an die Wand rammen, mit jedem Gramm Faser, das ich an mir finde. Knochen brechen. Spür es! Fühl mich! Ich muss mich winden und schreien, hör mich! Wut, hör mich an, du mein ewig Geliebter, ich will dich so, ich berste.

Sieh mich, wie ich von Sinnen kreische. Verzweifelt hungere nach dem Verlust meines Verstandes. Lass mich endlich ganz dein sein im Kampf, in der Schlacht um den letzten, jungfräulichen Raum meines Herzens. Nimm mich auf in der Gier und in der Besessenheit und der bittersüßen Leidenschaft, die alles sprengt das Fessel ist. Oh dieser Irrsinn, oh diese Kraft. Gib mir einen Rausch der Wünsche zerschlägt wie blutige Scherben.

Gnade mir! Ich falle im Toben, stürze auf Knie und ringe meine Hände, habe nichts mehr als dich, der mir das Haar rauft und mich daran durch die Gänge zerrt. Oh gib mir! Gib mir! GIB MIR! Mit heißem Wahn reiße ich dir deine kalte Wortrüstung vom Leib. Sprache ist nicht mehr, du kannst dich nicht verstecken. Jetzt hab ich dein Fleisch, so stark und warm und schön. Oh Sturm, sieh mich! Ich fresse dich. Gnade dir! Wie krümme ich mich unter deiner süßen Hand, vor Lust und Verlangen. So großer Stolz, so viel Arroganz. Und immer noch bist du grausam und neckst mich. Muss ich dich prügeln bis die Haut platzt und kein Auge mehr sieht? Muss ich mir nehmen, rauben, plündern was mir gehört? Gib es mir! Erlöse mich!

Ein Stoß. Du weißt nicht wie sehr ich dich liebe. Ein Schlag und alles an mir lebt für dich. Fürchte mich, Geliebter! Ein Tritt, ein Biss. Ich tobe in der Schwerelosigkeit deines Atems. Schäume wie das Meer, blutrünstig und erbarmungslos, Welle um Welle, ein Puls der uns betäubt und zerreißt. Heißblütigkeit erfasst mein Herz und ich finde das Gold deiner Lippen, du Gott der du mir bist, auf meinen. Sei mir. Tief und nahe. Bleib im Taumel, bleib in der Raserei unserer Macht, deine Finger in meine gewunden. Welche Kreatur bist du, dass du mich so liebst? Dass du mich in diesem Schmerz zu finden wagst…

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3 Kommentare zu „Kreatur02“

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