Worte aus dem Exil – Suche

Leider schreibe ich hier nicht annähernd so viel wie ich das geplant hatte. Stattdessen belästige ich euch mit merkwürdigen Songs und unkreativen Beiträgen zu alten Balladen. Hm…
In meinen früheren Blogs schrieb ich immer über Alltägliches, sei das nun in einem spirituellem Kontext oder in einem ganz profanen. Nun, meine Spiritualität ist tatsächlich immer noch eine sehr große Quelle der Inspiration für mich. Aber das hier ist nicht der richtige Ort für solche Dinge. Ich habe mich bemüht nicht allzu viele spirituelle Gedichte rauszuhauen, denn für eine apollinische Mystikerin bin ich nicht ganz in der richtigen Blogsphäre.

Mein Blick fällt gerade durch das Fenster, hinaus auf den Sturmwind in den Bäumen. Ich bin unsicher. Vielleicht hilft mir ein Kaffee bei den richtigen Worten…
In den letzten Monaten habe ich viel nachgedacht übers Träumen und Sehnen, übers Wünschen. Und auch übers Verliebtsein und die berauschende Sucht danach, die Projektionen dabei, das Idealisieren. Darin bin ich sehr gut. Diese Zustände sind, ähnlich wie meine Spiritualität, eine große, wenn nicht sogar die größte Inspiration für mich und gehören zu mir seit ich denken kann. Aber diese Form des Betrunkenseins zieht auch immer einen hässlichen Kater nach sich, den ich so langsam leid und müde werde.

Irgendwie bilde ich mir ein, dass etwas mit mir passiert ist und immer noch vonstatten geht, ohne dass ich es konkret in Worte fassen könnte. Ich glaube, ich stehe gerade an einem Scheideweg inmitten eines Transformationsprozesses, an einem Punkt der mich vor eine gewichtige Wahl stellt. Vielleicht auch nicht. Manchmal redet man sich so etwas ja auch nur ein. Tatsächlich wünsche ich mir eine Veränderung und Verwandlung. Aber mir ist klar, dass ich selbst meinen Beitrag dazu leisen muss. Na ja, sollte. Ich hänge in einem üblen Zwiespalt fest. Mich selbst finden und erkennen, mir dabei treu bleiben und mich trotzdem verändern und dabei auch… ja verbessern.

Ich bin ehrlich gesagt ein Freund von Selbstoptimierung. Allerdings nur so lange diese mit der eigenen Persönlichkeit und einem tiefen, persönlichen Bedürfnis danach in Einklang steht. Und das hat jetzt nicht unbedingt etwas damit zu tun was mein Umfeld oder „die Gesellschaft“ unter einer solchen Optimierung versteht. Ich glaube, meine Auffassung davon weicht dann doch einiges vom Mainstream ab. Vielleicht sollte ich darüber schreiben. Mal sehen.

Ich werde mich bemühen in Zukunft mehr Textbeiträge zu produzieren. Aber mein Leben ist nicht sonderlich aufregend (Zum Glück! Dafür bin ich sehr dankbar.), daher weiß ich auch nicht wirklich worüber ich schreiben soll. Hier gibt es keine „fünf Tipps wie du dein Leben verbessern kannst“. Und ehrlich gesagt finde ich die meisten solchen Blogs schrecklich.

Ich bin neugierig: was war das Mutigste, das ihr bisher je getan habt? Und würdet ihr es wieder tun, mit dem Wissen von heute darüber? Schreibt mir, ich bin neugierig.

 

Advertisements

16 Kommentare zu „Worte aus dem Exil – Suche“

  1. „Und auch übers Verliebtsein und die berauschende Sucht danach, die Projektionen dabei, das Idealisieren. Darin bin ich sehr gut. Diese Zustände sind, ähnlich wie meine Spiritualität, eine große, wenn nicht sogar die größte Inspiration für mich und gehören zu mir seit ich denken kann. Aber diese Form des Betrunkenseins zieht auch immer einen hässlichen Kater nach sich, den ich so langsam leid und müde werde.“

    Diese Sätze sind sehr bei mir hängengeblieben. So war ich die meiste Zeit meines Lebens. Bis mich dann der Kater hat ins Gegenteil driften lassen. Was folgte, war keine schöne Zeit, eine sehr kalte Zeit, eine sehr starre Zeit. Daher möchte ich das Pendel jetzt wieder hin zur anderen Seite schwingen lassen – vielleicht so, dass ich mich irgendwie in der Mitte einpendele und genau die richtige Portion vom Trunkensein für mein Leben wiederfinde.

    Danke für den Text!

    Gefällt 1 Person

  2. Hm ja da hast du Recht. Ich sag mal, mit einer gesunde mehrheitlichen Mitte wäre ich glücklich, wenn es hin und wieder Ausschläge gibt, die mich berauschen, aber auch wieder auf gesunde Weise loslassen und erfrischen. Oh ich weiß nicht… ich vermisse die Leidenschaft von „damals“. Aber in dem Ausmaß war sie definitiv nicht gesund. Bewusst genossen wäre sie für mich aber jetzt auch sehr heilsam. Aber ich spüre sie wieder. Das reicht erstmal.

    Gefällt 1 Person

  3. Das krasseste? Nein zur ‚allgemeinen Meinung’zu sagen. Nein zum gewissen Thema,Nein zum Mainstream denken.

    Dafür Ja zu mir,Ja zu allen den Sachen die mir Freude machen (Spiritualität,Fandom), Ja zu dem machen was ich will und nicht was meine Leser erwarten.

    Gefällt 2 Personen

  4. Ich find mich wie veledalantia, auch extrem mutig, wenn ich vor anderen zu mir stehe, verbal nein sage. Da rutscht mir jedesmal das Herz vor Angst in die Hose und gleichzeitig ist es sooo befreiend und wohltuend.
    Der Preis wiegt manchmal schwer und trotzdem würde ich es immer wieder tun.

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s