wie es mir gerade geht…

Mein Alltag ist im Moment ein Kampf gegen mich selbst, meine Gedanken und Gefühle, gegen meine Angst, meinen Selbsthass und gegen selbstschädigende Impulse.
Gleichzeitig kämpfe ich dabei auch um mein Leben, so wie es jetzt ist. Es war so hart, mir das so aufzubauen, ich will es nicht aufgeben.

Aber an irgend einem Punkt ist mir in den letzten Monaten…. oder letztes Jahr… alles aus den Händen geglitten und aus dem Gleichgewicht geraten. Jetzt fühlt es sich an als würde mein Leben zerrissen werden… nein, so als würde ich es selbst tun, ohne zu wissen warum oder wie ich es verhindern könnte.

Ich würde meine Stimmung eigentlich als neutral einschätzen. Zumindest bin ich nicht depressiv. Aber ich denke trotzdem fast jeden Tag darüber nach, ob ich nicht eine Krisenintervention bräuchte. Denn objektiv betrachtet geht es mir nicht gut. Ich habe heftige Stimmungsschwankungen und rutsche in wahnhafte, manchmal paranoide Gedanken. Ein Teil von mir spielt mit sehr dunklen Vorstellungen.

Ich zweifle die ganze Zeit an meinem Verstand und kämpfe dabei gegen meine selektive Wahrnehmung und ein magisches Denken, das für die meisten in meinem Umfeld noch nicht mal negativ auffällt… denn wenn du dich in einem Milieu bewegst, in dem „Zeichen“ und Magie, Synchronizität und göttliche Intervention zum Alltag gehören, dann wird das sogar eher begrüßt. Aber verdammt, das ist nicht real! Ich habe das Gefühl deswegen völlig die Bodenhaftung zu verlieren. Mir fehlt die Erdung.

Ich will das nicht… ich will nicht bei jedem zweiten Song im Radio denken, dass er nur für mich gespielt wird, dass er irgendwas bedeutet, dass es Konsequenzen hat wenn ich ihn beachte oder nicht (das ist nur ein Beispiel). Das was mir früher als Bewältigungsstrategie geholfen hat, ist jetzt nicht nur wirkungslos, sondern verschlimmert die Situation in der ich mich befinde – eine in der ich mir selbst und meiner Wahrnehmung nicht vertrauen kann.

Mein Gehirn produziert eine Verknalltheit nach der anderen, will high sein, manisch und völlig haltlos, als wäre ich ganz außer Kontrolle geraten. Dabei sehe ich gleichzeitig, dass diese Gefühle nicht „echt“ sind, ich kann förmlich dabei zuschauen wie die Objekte meines Interesses wechseln, immer schneller und oberflächlicher. Wenn ich jemand wäre der sich leicht auf seine Gefühle einließe, dann hätte ich vermutlich gerade jede Woche eine neue Liebschaft und würde mein Leben mit viel Karacho an die Wand fahren. Aber ich klammere mich an meinen Verstand und an die Logik. Es ist nicht hilfreich, wenn mir Leute sagen ich solle auf meine Gefühle hören und diese akzeptieren. Wirklich nicht. Meine Gefühle wollen mein Leben auseinander reißen, während mein Verstand das einzige ist, das mich noch einigermaßen zusammen hält.

Im Moment wünsche ich mir einfach nur eine atheistische, pragmatische, rationale, bodenständige Intervention, fernab von jeglichem esoterischen Geschwurbel. Eine Lösungsstrategie, irgendwas das mir aus diesem Spiegel-Labyrinth in meinem Kopf raus hilft.

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40 Kommentare zu „wie es mir gerade geht…“

  1. Puh, das klingt ja schon sehr bedrückend. Ich kann aus meiner Efahrung heraus nur sagen, wie gut meine Entscheidung war, Hilfe anzunehmen. Welche da für Dich in Frage kommt, kannst Du ja entscheiden, ob es zuerst der Weg zu Freunden, Familie oder dem Arzt ist. Auch eine Tagesklinik kommt zur Krisenintervention in Frage. Ich habe dort viele Menschen getroffen, die ähnliche Geschichten zu erzählen hatten, wie Du. Auf esoterisches Geschwurbel bin ich da eigentlich nirgendwo gestoßen, sondern auf Fachlichkeit. Ich wünsche Dir das Du die Krise gut überstehst. Lieben Gruß, Jo 🙂

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    1. Danke für deine Antwort. Ja, ich weiß das mit der Klinik eigentlich. Es wäre „keine große Sache“, ich war früher schon wegen meinem Borderline in ner Klinik. Aber im Moment weiß ich noch nicht ob ich es alleine schaffe oder wirklich Hilfe brauche. Keine Ahnung. Ich war in den letzten Jahren umgeben von sehr viel Spiritualität… und ich glaube, das war einfach zu viel für mein Hirn.

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      1. Kann ich verstehen, ich bin letztes Jahr auf einige Schamanen getroffen und obwohl ich alle sympathisch fand und mich auch für das Thema interessiere, war es nach 2 Wochen auch ganz gut, sich davon wieder zu lösen. manches war da schon recht abgedreht nach meinem Empfinden.
        Aber gut, dass Du Dir zu helfen weißt, ich finde das es besser ist, diesbezüglich eine Info oder Hilfestellung zu viel zu geben als zu wenig. Deswegen meine HInweise. Lieben Gruß, Jo 🙂

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  2. Bodenständig … raus gehen bei Wind und Wetter, positiven kurzen Alltags-smalltalk versuchen, wenn sich die Gelegenheit bietet, kann auch frische Gedanken bringen … nach draußen gehen für einen Moment tut jedenfalls gut.

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  3. Es gibt keine allgemeingültige Strategie, ein klares Handlungskonzept. Ich kenne das, was Du erlebst. Alles was Du Dir zum Maßstab und zur Regel erhebst, kann zur Sucht werden, kann Dich kontrollieren wollen. Also bleibt das Gefühl, schließlich nichts mehr ganz, sondern nur noch im Streifflug wahrzunehmen und das hinterlässt zuletzt Leere. Ich weiß nicht wie alt Du bist. Es könnte mit hineinspielen (Stimmungsschwankungen). Alles, was Dir gut tut und Du Dir nehmen kannst, egal woher, was Du als heilsam und wohltuend empfindest, suchst Du. Was für ein wunderschönes Waldfoto. Natur erleben hilft mir, Sport und Austausch mit anderen. Frei von mir werden, damit ich mir nah genug kommen kann. Ein Fachmann im Rücken kann dabei hilfreich sein, anderen hilft Esoterik. Das Ganze locker sehen, dabei mit Ernst. Auch ich glaube an Botschaften. Manchmal. Manchmal auch nicht. In meinem Wankelmut bleib ich mir goldig treu😉
    Liebe Lucretia, spielst Du eigentlich Tambourin, Frau?
    Das wollte ich schon länger mal fragen…
    Feengrüße zu Dir✨

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  4. Das klingt gar nicht gut. Ich wünsche dir, dass du bald (d)einen Halt findest. Depressionen merke ich manchmal gar nicht, die können sich gut verstecken. Wenn du Vertrauen zu Hilfsmöglichkeiten hast, würde ich es versuchen – das kostet alles soviel Energie, die du dann vielleicht besser nutzen kannst.

    LG
    gann

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  5. Das klingt nicht gut…zuviel ist nie von etwas gut (so halt auch Spiritualität) und ich kenne andere Fälle die nur noch fliegen. Alles vergeistigen.Ich wünsche dir das du deinen Halt finden kannst und trotzdem nicht die Sachen abfackeln musst die dir auf andere Art halt geben können.Tageskliniken sind eine gute Idee ,war selber auch schon dort. Ich wünsche Dir das du der Stab der Wippe sein kannst.Fest verankert und doch offen(nicht manisch offen) .

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  6. Und zu Zeichen sehen.
    Ich kann sie ernst nehmen..MUSS es aber nicht. Ich kann sie sehen/hören und mir was raus ziehen oder nicht.Mir fällt ein Satz azs einem Buch ein ‚Nicht immer mit der Hand im Runenbeutel hängen‘. Nicht krampfhaft abbrechen aber auch nicht nur sehen/hören.

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      1. War ja auch nur symbolisch 😉 Hab versucht meine Gedanken zu versinnbildlichen für einen guten Rat..Ich kenne das Gefühl das du bei Liedern beschreibst (ganz allein für einen geschrieben) hatte ich früher bei einem ganz bestimmten Lied…Ich umarm dich aus der Ferne

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  7. Ich kann dir nur raten, Hilfe anzunehmen und mit jemandem darüber zu sprechen, das kann wirklich Wunder bewirken! Manchmal benötigt man vielleicht nur ein paar Stunden, um wieder mehr positive Gedanken in sich zu tragen. Manchmal wird es ein längerer Weg. Aber es lohnt sich und man ist danach wieder voller Kraft und Energie und vor allem ist man stolz, dass man das getan hat, was für einen selbst das Beste ist.

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      1. Weißt du, die Sache hat sich angebahnt und angekündigt, über einen längeren Zeitraum hinweg. Ich würde es definitiv als spirituelle Krise bezeichnen. Es wälzt alles um und -eigentlich- weiß ich auch warum und wieso und wo es hingehen wird. Nur manchmal ist das Ego und… ja die bequemen alten Gewohnheiten noch so fest in seinen Mustern verankert, dass es schwer ist da raus zu kommen. Es macht ja auch ein wenig Angst, nicht? Man muss Denkweisen loslassen, die vielleicht „sicher“ schienen. Und jetzt ist alles neu.

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      2. ja, es ist wirklich nicht so einfach all das integrieren zu können. Daher ist Hilfe, bei kompetenten Leuten, nicht bei „gewöhnlichen Kassen-Psychiatern“ ein guter Rat. Falls du in der Nähe von
        Klaus John, Heilpraktiker
        Lanzer Weg 5, D-21481 Buchhorst
        Tel/Fax: 04153 53828 .. oder auch von dort, kannst du dich evnetl. weiter orientieren.

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      3. Leider ist das nicht in meiner Nähe. Ich denke aber, es wird sich fügen. Das hat es bisher immer. Es ist nur manchmal nicht sehr angenehm. Das ist alles 🙂 Ich wehre mich gegen meinen Weg und das ist wohl das größte Problem dabei LOL 🙂 🙂 🙂

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      4. nun ja Widerstand schafft Widerstand, das ist klar und Angst ist Enge, die das Ich spürt, aber auch muss … fragen, was sie möchte, die Angst, ist schon ein guter Anfang, und eine Balance zu finden, ist eine eher individuelle Lösung.

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      5. vor allem ict wichtig, dich nicht selbst unter Druck zu setzten oder dich setzen lassen .. prüfen und schauen wie es sich anfühlt. Ich kenn das, kann aber aus Verantwortungsgründen keine weiteren Ratschläge geben 😉 Erden durch Arbeit in Garten, ist z. B. nie verkehrt …

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      6. Ja… ich habe gerade den Fokus genau darauf gelegt… aufs Erden. Es ist das sinnvollste das mir einfällt. Manchmal wirken die Dinge bedrohlicher als sie sind, weil einem genau das fehlt.
        Ich habe es nicht eilig… ich stand nur schon so oft an genau diesem Punkt… Kreise, Kreise, Spiralen… alles kommt wieder wenn du dich nicht gut genug darum kümmerst 🙂 so eben auch solche Erfahrungen.

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      7. jepp, was wichtig ist, das eigene Thema ist, was jader so hat, kommt immer wieder, bist es transzendiert un integriert werden kann, anstatt verdrängt, abgespalten und dissoziiert, so ist es nicht wirklich gelöst.

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  8. Hier stehen schon viele Kommentare (noch nicht gelesen) und dein Beitrag ist schon zwei Tage her, trotzdem schreib ich was mir gerade kam, bei deinem Wunsch nach Intervention.

    Er klingt absolut berechtig und notwenig und ich dachte noch an Körper, Körper, Körper. In die Körperwahrnehmung holen. Die sind real und der Körper bietet die Form, das Gefäß, den Halt.

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  9. Ich bin kein Therapeut, bin kein Expert. Als ich krank war (bipolar, ganz übel), habe ich meinen Logik sogar mit Absicht verstärkt. Logik Puzzeln, ins besonders Sudoku, haben mich damals sehr beschäftigt. Ich habe einen Tag es einfach gemerkt, dass es für mich leichter ging, wenn ich auf die Logik konzentriert habe. Dadurch habe ich auch eine große Respekt für der Philosophie des Stoikers gehabt – habe ich immer noch! – die hat mir auch sehr geholfen. Das war einer Zeit, wo Psychiater und Psychotherapeut nicht einig waren, denn der Psychiater hatte Angst, ich würde mich damit zu weit von meine Gefühle distanzieren. Kann sein, dass es nicht für jeder ist, aber es hat mir tatsächlich alles sehr geholfen.

    Ich wünsche dir Stärke … Neutralität unterschätzen viele, denke ich. Daher finde es ist schon in den Kommentar gut geraten, Hilfe zu suchen.

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  10. Ich wünschte, ich könnte dir was schlaues zu deinem Problem sagen…:-(
    Sich erden finde ich eine gute Lösung…
    weil das so unspektakulär ist und nix mit Hokuspokus zu tun hat.
    Und einfach sitzen. Und atmen. Und gehen.
    Ein kurzes eigenes Mantra gegen den Krach im Kopf.
    Finde ich immer hilfreich.

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