Leichtes Gepäck

Heute habe ich einiges ausgemistet. Ich hatte mir vorgenommen diesen Monat, ab heute also, so richtig badass-mäßig mein Leben zu ordnen und neu zu strukturieren. Zeug loslassen gehört da nun mal auch dazu. Bisher sind es vier kleinere Müllsäcke, sowie eine große Klappkiste mit Büchern, die ich in der nächsten Woche auf die Bücherschränke hier in der Stadt verteilen werde. Und ich denke, dass ich noch lange nicht fertig bin.

Vor einiger Zeit habe ich schon mal so eine Aktion gemacht. Daher besitze ich eigentlich nicht mehr so das krasse Gerümpel. Ein paar Dinge kamen damals vorerst in den Keller, um zu sehen ob ich sie vermisse – und natürlich habe ich das nicht. Also weg damit! Ich besitze kaum noch Sachen, die ich nicht mag oder mit denen ich Negatives verbinde. Ein paar sind aber noch da, hauptsächlich Fotos, alte Tagebücher und so Zeug. Da hatte ich Skrupel. Doch die fliegen nachher bei einer Midnight-Margarita weg. Ich reiße diese Brücken zur Dunkelheit meiner Vergangenheit ein, da ist nichts, das sie mir noch geben könnte außer falsche Schuldgefühle oder Schmerz. Und davon hatte ich schon mehr als genug. Das will ich nicht mehr. Ich nehme dieses Geschenk nicht länger an, ich habe beschlossen, dass ich genug daraus gelernt habe.

Im Moment bin ich in einer seltsamen Aufbruchstimmung und die möchte ich ausnutzen.
Diesen Winter war ich in einer ganz ekligen Trägheit gefangen, nennen wir es Winterdepression (auch wenn das untertrieben ist). Dagegen ist das Gefühl gerade richtig befreiend. Ich habe Rückenwind und möchte leichter sein, so viel leichter auf allen Ebenen. Daher bastle ich ja auch wieder an meiner Ernährung und am Thema Fitness rum.
Müsste ich jetzt kurzfristig umziehen, oh Himmel, ich würde so viel raus werfen bzw. nicht mit nehmen. All diese Dinge sind nur das Ergebnis von bequemer Gewohnheit, vom Denken in alten Schienen, Angst und Unsicherheit. Ich bin das alles so leid. Ich bin mein Leben so wie es jetzt ist, das Verharren im Träumen, so unglaublich müde.

Wenn ich doch die Wahl habe… warum wähle ich dann immer wieder den Stillstand und den Schmerz? Ich will nicht mehr leiden, also entscheide ich mich ab heute entschlossen dagegen.
In meinem Leben ist so viel für das ich mich nicht bewusst entschieden habe und das mich fremdbestimmt, ja sogar beschneidet und beschränkt, ohne dass ich es will. Oft habe ich mir Zeug von anderen aufdrücken lassen, vielleicht aus Mitgefühl oder Neugier. Aber gut war das nicht. Das endet. Ich will nur noch Dinge, Menschen und Umstände in meinem Leben, die ich eingeladen habe. Alles andere wird aus dem Weg geräumt. Klingt hart, ich weiß. Ist auch hart. Aber not-wendig.

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14 Kommentare zu „Leichtes Gepäck“

  1. Toll! Ich bin ja auch dabei, aber es fällt mir sehr schwer. Aber bei jeder Runde fällt es leichter. Allerdings wohne ich hier über zwanzig Jahre; ich habe nirgendwo anders so lange gewohnt. Kaum vorzustellen, und dass in dieser finsteren Schäbigkeit.

    Die letzten Jahre habe ich auch in meiner psychischen Verfinsterung aufgeräumt – und eigentlich kam ich gut voran.

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      1. Die Diät sieht schlimmer aus, als sie ist. Ich habe die letzten zwei Jahre meistens nur zweimal, oder sogar nur einmal gegessen. Auf den Weinverzicht habe ich mich vorbereitet (auf die diät auch, aber da wusste ich noch nicht, dass es gar nicht so schwer wird). Die bösen Kohlenhydrate habe ich mit Tricksereien ersetzt, so dass ich gute Portionen hatte, wenn ich gegessen habe. Die größte Schwierigkeit ist zu einer Zeit, in der ich gut damit klar komme. Und inzwischen trinke ich sogar wieder Wein (naja, aus anderen Gründen).

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  2. Genial !
    Wenn es bei mir so kommen muss dann will ich auch mit leichtem Gepäck gehen. Nur das was was mir gut tut. Liest sich nach einer Nauthiz und Thuriasz -Stimmung bei dir Liebes 😉 Die Kraft die Not zu wenden. Und die Tat. Das tun…gruselige Verbindung die auch ich heute hatte…
    Ich brauche die Tat,gelitten hab ich genug.

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  3. Sehr gut. Same here. Ich habe in den letzten Wochen unendlich viel ausgemistet und entsorgt. Meinen Mann hat es auch gepackt.Unsere Wohnung hat eine ganz andere Energie. An meiner Ernährung schraube ich herum. Wieder konsequent vegan. Und ein Sportprogramm habe ich mir auch aufgestellt. Dieses Rumhängen hat mir so gar nicht gutgetan.

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