Bäume, die tanzen

Manchmal, an ganz wilden Tagen, da tanzen die Bäume. Sie schaukeln fröhlich mit ihren Armen und Köpfen zu einer für mich unhörbaren Melodie, in einem Rhythmus der mir durch die Knochen rauscht, ganz ohne Widerstand. Zaubermusik ist das, Elfenmusik. Und die wollte ich immer verstehen. Ich Süßgrastochter, ich will solche Spiele durchschauen. Ihr nicht?
Als ich dann einmal auf dem Heimweg eine knorrige, alte Kastanie bat mir das näher zu erläutern, da schüttelte sie nur ihr blättriges Gesicht und kicherte heiser, kitzelte das Innere meiner Ohren mit ihrer moosverklebten Stimme.
Ja, ich bin wahnsinnig. Ich sehe die Bäume tanzen und die Geister auf den Rücken der Stadttauben reiten, festgekrallt mit kleinen Händchen in seidenweichem Gefieder. Huuiiiiii an mir vorbei, ganz dicht, ganz nah über meine Schulter gesaust. Und einer wirft mir einen Luftkuss zu und lacht. Ein anderer rollt die Augen ob meinem Schreck, als wäre das nicht ganz normal…
Und manchmal, wie heute, finde ich glimmend-purpurne Blüten im Beton, zwischen Plastikflaschen und Zigarettenstummeln. Oder Hühnerknochen die Glück bringen sollen.
So ist das eben.
Ich weiß nicht warum.

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1 Kommentar zu „Bäume, die tanzen“

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