Kreativität, Entwicklung, Musen und Lehrer

Normalerweise arbeite ich nicht mit der Energie von Beltane. Es ist das Jahreskreisfest, zu dem ich am allerwenigsten Bezug habe und bei dem ich auch immer irgendwie eine automatische Art von Abwehrhaltung einnehme. Für viele geht es dabei um Sexualität und Fruchtbarkeit und diese Themen interessieren mich beide nur bedingt. Durch die aktuellen Umstände in meinem Leben bekomme ich aber einen neuen Blick darauf.
Beltane ist sehr viel mehr als nur ein Fruchtbarkeitsfest. Es ist Impuls und Nach-Außen-Streben, hinaus treten. Kreation und Kreativität, auch in Bezug auf das eigene Schicksal, auf Wachstum in allen Bereichen. Jetzt ist es mir möglich den Raum zu schaffen für all die Manifestationen, die eine feste Gestalt wünschen. Ausdruck, nach all der Zeit des Eindrucks und Aufnehmens.

Ich hing lange in einem schmerzhaften Zustand fest, den man am ehesten wohl mit einer geistigen oder gedanklichen Schwangerschaft vergleichen kann. Ich „ging schwanger“ mit tausend Wegen, tausend Variationen des Möglichen, völlig orientierungslos und ohne rechte Erdung. Aber jetzt habe ich wieder eine Perspektive zu meiner eigenen Kraft und die mir zur Verfügung stehenden Entwicklungsfelder sowie Ressourcen. Ich habe lediglich den gedanklichen Austausch und Anstoß durch ein Gegenüber gebraucht, dem ich erlauben konnte mich mit seinen Ideen und Idealen zu berühren. Das war es, das mir gefehlt hat und das ich mir gewünscht habe: eine Komplementärfarbe in den regenbogenglitzernden Fäden des Wyrd.

Ja. Meine Muse hat mich inspiriert. Dass er das tun würde wusste ich in dem Moment als ich ihn sah. Aber inzwischen denke ich auch, dass es weniger mit ihm als Person zu tun hat und mehr mit meiner inneren Bereitschaft mich berühren zu lassen und öffnen zu wollen. Mir fehlte nur ein Impuls dazu. Überschätzt daher meine „Hin-Gabe“ oder meine Idealisierung ihm gegenüber nicht zu sehr. Seine Floskeln, die in meinen Augen eine höfliche Form von billiger, hochmütiger Oberflächlichkeit sind, haben mich auf den Boden zurück geholt. Und leider ist das etwas das ich in sehr vielen „Gurus“ finde und das mich auch immer wieder ent-täuscht zurück schrecken lässt.
Ich habe einen Spiegel gefunden. Einen wundervollen, denn vieles was er tut trifft mich – ich muss mir eingestehen, dass ich manche Dinge auch so tue. Im Schatten, in unbedachten Momenten.
Aber genau SO will ich niemals sein.

Ja, Hochmut ist leider auch ziemlich apollinisch. Meine Muse ist jetzt unabsichtlich auf vielen Ebenen mein Lehrer geworden, ganz anders als ich es mir ausgemalt habe, doch ziemlich wirkungsvoll. Auf technischer Ebene bewundere ich ihn aufrichtig. Da wo er ist will ich auch hin, und noch weiter. Und ich will ein Netzwerk und die offene Selbstverständlichkeit mich darin zu bewegen. Aber ich will nicht meinen Bezug zur Aufgabe selbst derart vergessen, dass ich einer wildfremden Person, von der ich praktisch rein gar nichts weiß, sage: „Du bist auserwählt, ich sehe dich! Buch meinen Kurs, dann können wir ganz viel voneinander lernen und Freunde werden.“

Ich gebe euch heute ausdrücklich die Erlaubnis: sollte ich jemals so werden, dann dürft ihr mich lynchen. Bitte!!
Für mich hat das etwas mit Würde, Respekt und Liebe zu tun.
Das Lernen endet nie und alles fließt.

Und jetzt noch eines meiner Lieblingslieder:

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13 Kommentare zu „Kreativität, Entwicklung, Musen und Lehrer“

  1. Warum mir dein wunderschöner Beitrag nicht angezeigt wird (WP scheint zu zicken)..Ich finds wunderbar das du das nun so siehst. Mit Sexualität hab ich es nie gesehen Beltane doch geh ich west dieses Jahr bewusst in diese Kreativitätsmöglichkeit es zu feiern. In den letzten Wochen war ich ‚fruchtbar’was gewisse Projekte anging. Tolles Lied 😍;-) Ubd nöööö…nix lynchen xP

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  2. Neulich hatte ich nen Kommentar getippt, in dem ich dich fragen wollte, wie das ist mit Apollon und Eitelkeit. Bzw. ich wollte tippen, dass ich den Eindruck habe, dass er supereitel ist. Und fand ich’s irnzwie zu… gewagt und zu respektlos ihm gegenüber. Grad hab ich das Gefühl er grinst sehr sehr breit.

    Heh, und zu dem, was du hier schreibst ~ wie drück ich’s denn aus… ich seh dich X) Doch, wirklich! Fühlt sich gut an.

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    1. Apollon IST eitel, hochmütig und äh… bissi selbstverliebt. Es gibt Gründe warum er öfter mal aus dem Olymp fliegt oder Eros ihm den Pfeil mit Daphne in den Arsch schießt. Er hat’s verdient und das weiß Er auch. Und das ist was Er lernen durfte und was man dann von Ihm lernen darf :-p
      Von daher bin ich nicht wirklich überrascht gewesen meine Muse so anzutreffen. Sie ist wahrlich apollinisch 😉 Und ja, Herr A. grinst bestimmt darüber. Du solltest dich mehr trauen mir gegenüber. Ich hör lieber ne ehrliche Meinung als eine nette.

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      1. In dem Buch „The Trials of Apollo“ von Rick Riordan heißt die menschliche Inkarnation von Apollon Lester Papadopulus und ist ein hässlicher, schwächlicher Kerl ohne echte Begabung. Das ist schlimmer und trotzdem trifft es den Kern der Geschichte ganz gut. Und ja, ich denke Er weiß was du über Ihn denkst… Hermes weiß auch was ich über Ihn denke :-p

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