Hermes und das Meer in mir

Leider kann ich mich wieder nicht an meine Träume erinnern. Doch ich wachte mit einem Song im Kopf auf. Also sehe ich den mal als Orakelsong des Tages. Bisher habe ich ihn mir nie bewusst angehört, nur nebenher im Radio. Aber eigentlich singt Sia etwas ziemlich „Wahres“.

I’m free to be the greatest…

 

Meine Gefühle spielen verrückt. In letzter Zeit drängen sie mehr nach außen, wie Wellen. Ich sehe oder lese zum Beispiel etwas das meine Emotionen fängt und wuuuuusch… das Meer spült sich selbst aus mir heraus. Mir schießen die Tränen in die Augen. Das Element macht alles in mir liquide und ich fühle mich wie ein eine Qualle oder so etwas in der Art, wehrlos mitgetragen von dieser Übermacht an innerer Bewegung. Es ist kein Schmerz. Es ist mehr als würde ich mich berührt fühlen, gerührt werden. Und so schnell wie es kommt, ist s auch wieder weg.
Ich möchte gerne sagen, dass das toll und heilsam wäre. Aber eigentlich habe ich keinen Schimmer wo es mich hinführen wird und was sich daraus entwickelt.

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In meinem Leben passiert gerade viel und wenig zugleich. Ich habe daher überlegt, ob ich mich deswegen hier in diesem Blog erneut intensiver der Spiritualität zu wenden soll. Die Entscheidung fällt mir nicht leicht, auch wenn ich natürlich weiß, dass ich hier schreiben kann was ich will. Möglicherweise habe ich mit manchen Beiträgen den Eindruck erweckt, dass das hier eine Art spiritueller Lifestyle-Blog werden könnte. Oder auch, dass ich einigermaßen zurechnungsfähig bin.
Ich muss euch in beiden Punkten enttäuschen.

Ja, ich habe in der Sidebar die Kategorie „apollinischer Lifestyle“. Aber die täuscht vielleicht ein bisschen darüber hinweg, was ich eigentlich so mache. Ich bin so etwas wie ein Spirit-Worker. Ja, immer diese komischen Anglizismen, sorry. Das nächste das mir auf Deutsch dazu einfällt, wäre vielleicht ein Schamane. Eine Person die mit Geistern (Natur- und Ahnengeister, Devas usw.) und Göttern (wie auch immer man diese definiert) kommuniziert und zusammen arbeitet um… ja was eigentlich zu tun? Hm… diese Frage konnte ich mir selbst noch nicht so wirklich beantworten. Was mir persönlich die Zusammenarbeit bringt ist Heilung. Aber auch In-Spiration.

Anders ausgedrückt könnte ich auch von archetypischen Feldern sprechen, ein Wort, dass meine Muse angeschleppt hat. Jeder Archetyp bringt eine gewisse Schwingung mit sich. Wir verbinden bestimmte Eigenschaften und Gefühle damit. Wenn wir als Beispiel an die Göttin Aphrodite denken, dann entsteht sofort ein Bild in unserem Kopf, wir denken an Liebe, Sex, Schönheit usw. Ich habe einen sehr guten Zugang zum archetypischen, assoziativen, energetischen Feld, das man mit dem Gott Apollon in Verbindung bringt. Mich damit zu verbinden und darin zu stehen habe ich mir zur Lebensaufgabe gemacht, denn immer wenn ich daran denke, hebt es mein Herz und meine emotionale Schwingung an. Es macht mir Freude mich darauf einzulassen und mich darin zu bewegen. Aber eigentlich arbeite ich auch mit allen anderen Göttern und Wesen, sofern ich einen Zugang dazu finde.

Bei was ich mir ehrlich gesagt noch nicht sicher bin ist die Frage ob „der Gott Apollon“ und „das archetypische Feld Apollon“ identisch sind oder ob das Feld nur etwas ist, dass der Gott mit sich herum trägt. Oder aber auch die Frage, ob das Feld etwas rein Psychisches ist, das völlig atheistisch funktioniert und dass es in Wahrheit keinen „Gott Apollon“ gibt. Ich glaube, letztendlich macht es keinen Unterschied, es ist kein Punkt über den ich nicht diskutiere, weil jeder der Ansätze gut funktioniert. Ich könnte sogar damit leben, wenn mir jemand erzählt, Apollon wäre ein Alien. Echt jetzt, es spielt im Alltag, in der Praxis schlicht keine Rolle. Ich erfahre Resonanz, ich kommuniziere. Ob jetzt mit einem Teil meiner eigenen Psyche oder mit einem höheren Wesen… inzwischen ist es mir wirklich herzlich egal.

Manche Menschen stören sich an der Formulierung „Ich arbeite mit Gott XY zusammen.“, weil das eine Form von Gleichwertigkeit impliziert. Ich habe keine Haltung von „die großen, super weisen Hohen dort oben und wir doofen, niederen Menschen hier unten“. In meiner Wahrnehmung sind Götter und Geister keineswegs allwissend oder allmächtig. Sie haben lediglich eine etwas andere Perspektive als wir und einiges mehr an Erfahrung, als die limitierte Erfahrung die wir bisher in unseren aktuellen Inkarnationen sammeln konnten. Unser höheres Selbst ist genauso weise und erfahren und hat die gleiche/eine ähnliche Perspektive wie sie. Mein Eindruck ist, dass sie uns dabei helfen, uns zurück zu verbinden und auf all die verfügbare Weisheit zuzugreifen. Auch, dass sie versuchen die Illusion der Trennung und Polarität aufzuheben, der wir hier gerne erliegen.

Ich bin ein extremer Zweifler. Mich könnte ein Wunder mitten ins Gesicht boxen und ich würde immer noch behaupten, es wäre nicht real. Und ich wollte auch immer auf diese herablassenden Hardcore-Atheisten und Skeptiker hören und habe versucht danach zu leben. Aber… aber ganz ehrlich, es hat mich fürchterlich unglücklich und verzweifelt gemacht. Es hat mich von einer geistigen Gesundheit mehr entfernt als mich zu heilen. Vielleicht ist Spiritualität und Glauben einfach etwas, zu dem man sich nicht entscheiden kann. Man tut’s oder man tut’s nicht.
Ich habe wirklich versucht mich dagegen zu wehren. Mein Verstand wollte nicht, dass ich mich selbst betrüge und in eine Scheinwelt flüchte. Denn ich weiß, für viele Menschen klingt das was ich so tue und womit ich mich befasse wirklich stark nach einer Flucht. Für mich selbst auch, gerade weil ich mich inzwischen ein bisschen kenne.

Nur hab ich gemerkt, dass es Göttern und Geistern scheißegal ist ob man an sie glaubt oder nicht. Sie machen fleißig weiter ihr Ding. Der Unterschied ist, dass man sie auf dem einen Weg dabei beobachten und mit ihnen zusammen wirken kann – und davon profitiert man sehr. Auf dem anderen nicht.

Seit einiger Zeit wird mein Leben massiv mit Synchronizitäten geflutet. Ab einem gewissen Punkt musste ich meinen Widerstand aufgeben. Irgendwann konnte ich es nicht mehr rational erklären, es war einfach zu viel für meine Logik.
Durch meine Muse habe ich zudem viele Denkanstöße und neue Ansichten gewonnen. Nicht alles teile ich, nicht überall stehe ich dahinter. Aber es hat meine Perspektive massiv erweitert. Ich habe viele neue Ansätze gewonnen und mich mit dem Thema Magie zurück verbunden. Nun ja… Magie kann auch (Auto)Suggestion sein, das spielt keine Rolle, so lange es funktioniert. Jetzt versuche ich die Sache mehr nach ihrem praktischen Nutzen zu betrachten: wenn es mir hilft, wenn es mich glücklicher macht, dann spielt es keine Rolle ob es „real“ ist.

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Kleiner Nachtrag zu der Überschrift dieses Beitrags: ich arbeite jetzt auch mit Hermes zusammen. Allerdings nicht in einem alchemistisch-philosophischen Zusammenhang, sondern mehr in deinem devotionalen…, (poly)theistischen. Falls das jemand von euch ebenfalls tut, würde ich mich sehr über einen Austausch freuen.

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12 Kommentare zu „Hermes und das Meer in mir“

  1. Austausch kann ich nicht bieten, da ich mich in dem Thema nicht auskenne. Aber ich bin mir sicher, dass Du nicht mit Hermes, dem Lieferdienst, zusammenarbeitest. 😉
    Mich würde allerdings interessieren, was ich mir unter einer Zusammearbeit mit dem Gott vorstellen kann. Das klingt so pragmatisch nach einer zielgerichteten beidseitigen Kooperation. Wird da auch vertraglich was festgelegt?
    In einem devotionalen Zusammenhang heißt, bei Hermes geht es Dir eher um Götzenverehrung, im Gegensatz zu anderen Göttern, wo Du andere Zugangsweisen und Kooperatinsformen eingehst?
    Entschuldige bitte die Fragerei, aber vielleicht magst Du mri ja einen Einblick gewähren? Liebe Grüße, Jo 🙂

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    1. Das klingt so pragmatisch nach einer zielgerichteten beidseitigen Kooperation.

      Auf gewisse Weise ist es das, wie eigentlich fast jede Form von Beziehung, wenn man mal ehrlich ist. Selbst wenn man keine konkreten Ziele verfolgt und ganz selbstlos an die Sache heran tritt, profitieren im besten Fall beide Parteien von einer Freundschaft oder einer Liebesbeziehung.

      Mit Zusammenarbeit meine ich aber in diesem Fall konkret ein Lehrer-Schüler-Verhältnis. Das Ziel dabei ist Erfahrung und Lernen. Vielleicht wird sich dieses Verhältnis irgendwann auf eine andere Ebene verschieben, das weiß ich noch nicht, das werde ich dann aber sicher früh genug merken. Mein Verhältnis zu Apollon ist zum Beispiel völlig anders geartet.

      Wird da auch vertraglich was festgelegt?
      Kommt drauf an was man will oder wo es hingehen soll. Muss jede/r selbst wissen und kann natürlich auch eine gewisse Sicherheit geben. Ich habe mit Apollon eine Art Vertrag der besagt, zu was ich Ihm gegenüber verpflichtet bin und zu was Er sich im Austausch dazu mir gegenüber verpflichtet. Das hatte aber mehr mit meiner Priesterschaft zu tun und nichts mit meiner tatsächlichen Beziehung zu Ihm.

      In einem devotionalen Zusammenhang heißt, bei Hermes geht es Dir eher um Götzenverehrung, im Gegensatz zu anderen Göttern, wo Du andere Zugangsweisen und Kooperatinsformen eingehst?

      Was meinst du mit „Götzenverehrung“? Das klingt sehr biblisch, als würde ich um eine goldene Statue herum tanzen und mich vor ihr auf die Knie werfen. o_O Und so ist das bestimmt nicht.
      Mit devotional meine ich eigentlich die liebevolle Hingabe an eine Kraft oder an ein Prinzip. Man muss die nicht als reale „Gottheit“ betrachten. Man kann ja auch Hingabe für eine Sache (Naturschutz, Menschenrechte, seine Familie usw.) empfinden und so sehe ich das auch. Wenn ich von Hingabe an Hermes oder Apollon spreche, dann meine ich Hingabe an all das wofür die beiden steht.
      Ich „verehre“ alle Götter auf eine ähnliche Weise, denke ich. Nur fühle ich mich zu manchen mehr hingezogen als zu anderen, was dann die Ausprägung meiner Verehrung beeinflusst. Das führt zum Beispiel dazu, dass ich manchen sehr viele Gedichte und Texte widme, sie oft male… und andere erwähne ich eher nicht, auch wenn ich sie sehr zu schätzen weiß.

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      1. Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Das hilft mir schon ein Stück weiter (auch wenn es natürlich neue Fragen aufwirft) 🙂

        Du bist Priesterin, dass heißt es gibt eine Art Qualifikationsmöglichkeit oder Ausbildung?

        Das mit der Götzenverehrung meinte ich tatsächlich so, mit Statuen oder ähnlichem. Mein Verständnis der religiösen Devotionalität ist wohl sehr in die Richtung geprägt.

        Deine Erklärung hellt meine Vorstellungen aber sehr auf und gibt mir ein nachvollziehbares Bild von Deiner Art der Hingabe an die Götter, welches mir sehr gefällt.

        Ich verstehe jetzt besser, wovon Du schreibst, danke dafür 🙂

        Gefällt 1 Person

  2. Spirit Worker ist ein guter Ausdruck, finde ich. Und Arbeit im Zusammenhang mit Göttern und Spirituellem auch.
    Finde ich übrigens schon, seit ich vor Ewigkeiten das erste mal über die Kombi gestolpert bin, ich glaube, das war im Zusammenhang mit Reclaiming und Starhawk. Da war ich auf einem Workshop und einigen Frauen fanden die Bezeichung „Kreisarbeit“ total merkwürdig und ich dachte mir nur: Nö. Passt genau.
    Das gibt dem ganzen etwas normales und bodenständiges.

    Gefällt 1 Person

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