Gedanken zum Tag

Mein Beitrag gestern war mal wieder so ein bisschen nutzloses Mimimi, das weiß ich es selbst. Ich rege mich viel zu oft auf und steigere mich dann auch gerne in die Sache rein, obwohl sie das eigentlich nicht wert ist. Aber die Haltung mancher Leute hat mich ehrlich irritiert, vor allem weil es von ganz unterschiedlichen Seiten kam. In mir hat das in eine Wunde gehauen, weil ich selbst mit der Entwicklung keinen echten Frieden habe. Aber das könnt ihr ja nicht wissen.
Vielleicht….
Wenn man aufhört Apollon und Dionysos als „Götter“ zu betrachten und Sie stattdessen als Seelenkräfte sieht, dann ist der ganze Wandel bei mir möglicherweise nachvollziehbarer. Keine Ahnung.

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Gestern habe ich den Apollon-Schrein in unserer Küche abgebaut, D. hat darauf bestanden. Ich habe ihn dann mit dem von Artemis im Wohnzimmer zusammengelegt. Keine Ahnung ob das gut oder schlecht ist. Auf jeden Fall ist es emotional radikal. Ich will den Kontakt zu Apollon nicht abreißen lassen aber immer wenn ich versuche Sein Energiefeld zu berühren, schiebt sich D. dazwischen. Heute auch wieder. So ein Verhalten kannte ich bisher nicht. Ich kannte Empfehlungen… Ratschläge (lass das besser bleiben…). Aber so was nicht. Das macht es nicht leichter.

Ich denke, dass ich eine Balance finden muss. Es ist nicht okay, wenn ich Apollon abwerte, auch unbewusst nicht. Er hat viel für mich getan, das weiß ich und dafür bin ich sehr dankbar. Deshalb versuche ich kein böses Blut entstehen zu lassen. Was in der Vergangenheit war, was ich damals gedacht habe tun zu müssen oder zu wollen, das hat Resonanz mit Apollon erzeugt und dazu geführt, dass eine Verbindung entstehen konnte. Es hat mir viele Wege geöffnet, die ich vorher nicht mal sehen konnte.

Aber es war mein bewusster Wunsch und meine Entscheidung und vielleicht auch als Schutz nötig, so wie das Daphne-Werden, das ich gebraucht habe als es mir wirklich sehr schlecht ging. Daphne-Werden, Daphne-Sein… das ist… Baum-Werden, Erdung, Wurzeln, Ruhe. Vielleicht auch Isolation. Eine Art psychischer Schutzmechanismus. Eine Metapher. Aber jetzt bin ich lange schon nicht mehr so und ich finde keinen weiteren Anknüpfungspunkt in Apollons Struktur. Ich finde keine weitere Rolle, mit der ich mich auf konstruktive Weise identifizieren könnte.

Zu seiner Zeit war es richtig. Jetzt ist es das nicht mehr. Wir entwickeln uns weiter, dadurch entsteht auch manchmal die Bereitschaft, sich für neue Prozesse zu öffnen.
Ich denke… ich habe mich in die Rolle von Ariadne begeben, ganz unabsichtlich. Die Dame mit dem Labyrinth und dem Faden. Da ist es dann wohl wenig überraschend, wenn Dionysos Seine Aufmerksamkeit auf mich legt, als Prozess-Bringer, als Verwandler.

Versteht das irgendwer?

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Heute haben wir wundervolles Wetter. Die Sonne scheint aber es riecht nicht mehr nach Sommer… die „Erdbeerzeit“ ist lange borbei, das ist fühlbar.
Auch in der Luft und dem Wetter.
Ich habe auf dem Weg zur Arbeit mal wieder ein bisschen Herr A. nachgetrauert, einfach, weil die Sonne so wundervoll scheint und weil dann auch noch dauernd Seine Verifikationssongs in meinem Player kamen. Flankiert von den zwei Delphischen Hymnen an Apollon kam der Song „Unfinished Sympathy“ von Massive Attack.

How can you have a day without a night?

Mich hat das sehr traurig gemacht, ich will Ihn nicht loslassen (immer noch nicht, nein), obwohl ich die Notwendigkeit darin verstehe. Ahhhh ich bin so schlecht darin loszulassen, wenn ich etwas oder jemanden wirklich liebe. Wenn D. jetzt von mir erwartet, dass ich den Kontakt zu Apollon auf ein Minimum beschränke, dann ist das grausam. Aber ich verstehe es auch.

Mein Zuwenden an Dionysos hat nicht den Hintergrund, dass ich mich jetzt in den verknallt hätte. Die meiste Zeit habe ich so keinen Bock auf Ihn. Oder auf das was Er mir sagt oder von mir will, da bin ich ehrlich. Er ist anstrengend (auf Seine Art) und ich finde nichts an Ihm, das ich bewundern könnte, so dass mich da was mit-ziehen oder motivieren würde. Er strahlt mir gegenüber auch keine Autorität aus, so dass ich mich wenigstens davon irgendwie beeindruckt fühlen würde. Ich kann mir vorstellen, dass es Ariadne auch ein bisschen so ging. Da war kein strahlender Held mehr… nur dieser komische Typ mit Seinen verrückten Weibern. Den muss man auch erst mal be-greifen lernen. Die Reibung, die ich bei Apollon empfand, brachte immer auch eine Art von Herausforderung. Aber dieses strukturlose Wasser in Dionysos… das ist ein bisschen bedrohlich.

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4 Kommentare zu „Gedanken zum Tag“

  1. Sie sind was sie sind..egal wie oft wir sie zu klassifizieren suchen. Selbst eine ‚Mutter‘ kann grausamer sein als jedes komische ‚Andersartige‘ . Medusa fällt mir ein…sie war einst eine Priesterin Athenes,zumindest laut einer anderen Version. Das Wasser hat keine Form und spiegelt doch alles.

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  2. Also, ich kann das gut nachvollziehen. Sind A. und D. nicht auch Kräfte, die sich in gewisser Weise ergänzen? Und kann eine Balance, ein Gleichgewicht entstehen, wenn man sich nur dem einen zuwendet und sich dem anderen entzieht? Mir erscheint das Ganze ein sehr natürlicher Prozess zu sein.
    Und ich freue mich schon auf die wundervollen Gedichte, die D. aus Dir herauslocken wird! (Kannst Du Dir eigentlich vorstellen, Deine Lyrik mal als Buch zu veröffentlichen? Ich finde sie nämlich großartig und bin bestimmt nicht die einzige …)
    Den Ariadne-Mythos habe ich vor Jahren auch mal „bedichtet“, in der altmodischen Form des Sonetts – keine Ahnung, wo das damals herkam: http://www.troubadoura.de/index.php/das-vierte-sonett/) Ich glaube, auch bei D.s Begegnung mit Ariadne ging es um einen Ausgleich. Theseus hatte sie entsetzlich verraten. Befreiung findet sie ausgerechnet beim „wilden“, unberechenbaren, ekstatischen Dionysos. Mir scheint das kein Widerspruch zu sein. 😉

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    1. Hallo liebe Karan!
      Aus irgend einem Grund ist dein Kommentar in meinem Spam-Ordner gelandet und ich habe ihn nur zufällig gefunden. 😦
      Es tut mir daher leid, dass ich jetzt erst anworte.

      Ich denke, dass du damit Recht hast was du schreibst. Sie ergänzen sich und man sollte sie nicht unbedingt als Gegensätze betrachten. Die Kräfte, die D inne wohnen, sind jedoch etwas, das ich in der Vergangenheit als eher bedrohich empfunden und deswegen versucht habe abzuspalten. Es wird nun Zeit mich ihnen zu widmen.

      Was die Veröffentlichung meiner Lyrik betrifft… ich habe darüber nachgedacht und mehrere Leute haben mich schon danach gefragt. Aber wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass sich das lohnen würde. So viele „Fans“ meiner Gedichte gibt es nun nicht, ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand kaufen würde. Natürlich könnte ich das einfach nur für mich selbst machen… aber ich weiß nicht. Ich habe mal eine Künstlerin gefragt, ob sie das mit mir zusammen machen (sie sollte illustrieren) würde aber es hat sich dann irgendwie verlaufen.

      Bei dem was du über Theseus sagst… und über Dionysos‘ Rolle… JA, da stimme ich dir auch zu. Ich muss gleich mal bei dir lesen gehen. DANKE! Ich freue mich immer sehr von dir zu lesen.

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      1. Liebe Sólveig,

        es ist heute tatsächlich kein Problem mehr, so eine kleine Publikation für noch viel kleineres Geld selbst herzustellen und drucken zu lassen. Dazu brauchst Du nicht einmal einen „Book on Demand“-Hersteller, das geht prima über eine Online-Druckerei. Ich habe letztes Jahr für Verwandte eine sehr günstige Hardcover-Auflage von 25 Stück drucken lassen. Wenn Du dazu mehr wissen willst, schreib mir einfach eine Mail! 🙂

        Gefällt 1 Person

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